Realitätscheck im Klimaschutz


Klimaschutz – vom moralischen Imperativ zum politischen Geschäftsmodell


Einst als «grösste Herausforderung der Menschheitsgeschichte» inszeniert, ist Klimaschutz heute ein milliardenschweres Polit- und Wirtschaftsfeld – mit erstaunlich wenig Wirkung. Jetzt rückt die Realität näher: knapper werdende Budgets, wachsende Zielkonflikte und die Suche nach wirksameren Wegen – von Anpassung über Technologie bis hin zu ehrlicher Kostenwahrheit.

Prof. Rainer Eichenberger schreibt in der NZZ: Warum Klimaschutz zur Polit-Industrie wurde – und jetzt an Strahlkraft verliert

Der Schweizer Wirtschaftswissenschaftler Rainer Eichenberger hat in der NZZ einen bemerkenswerten Beitrag veröffentlicht. Er zeigt, wie Klimaschutz innerhalb weniger Jahrzehnte vom Nischenthema zum moralisch aufgeladenen Leitthema und schliesslich zu einem auspolitisierten Dauerprojekt wurde – mit steigenden globalen Emissionen trotz Milliardeninvestitionen.

Seine Kernthese: Klimaschutz wurde von Politik und Wirtschaft zu einem Geschäft gemacht. Sechs Mechanismen hätten dafür gesorgt, dass die eigentliche Wirkung oft zweitrangig war – von symbolischer Zielproklamation über Subventionsversprechen und politisches Machtkalkül bis hin zu regulatorischer Selbsterweiterung. Der Nutzen: mehr Budgets, mehr Einfluss, neue Geschäftsfelder. Der Preis: ineffiziente Massnahmen, deren Kosten langfristig von Bürgern und Konsumenten getragen werden.

Nun aber holt die ökonomische Realität auf. Die Kosten für Zielerreichung steigen, die Konkurrenz um knappe Mittel wächst – etwa mit Altersvorsorge oder Sicherheitspolitik – und die Klimadebatte wird nüchterner. Parallel gewinnen Ansätze wie Anpassung an den Klimawandel, technologische Lösungen und echte Kostenwahrheit an Gewicht.

Rainer Eichenberger skizziert dabei einen klaren Vorschlag: ein einheitlicher CO₂-Preis, dessen Einnahmen vollständig an die Bevölkerung zurückfliessen. Damit würden viele Subventionen und Regulierungen überflüssig, und Klimaschutz würde effizienter und sozialverträglicher. Doch genau diese Lösung sei politisch unattraktiv – weil sie Macht, Einfluss und Geldströme aus den Händen jener nehmen würde, die vom heutigen System profitieren.


Quellen:

Zum Originalartikel in der NZZ