«Der Verlust von Wohlfahrt und Freiheit beginnt oft mit dem Versuch, Gutes auf Kosten anderer zu tun»

Wohlfahrt – was die Schweiz bewegt

Wohlfahrt

Wovon wir sprechen, wenn wir Gesellschaft messen

Diese Begriffe sind keine Dekoration. Sie sind Messpunkte dafür, ob Wohlfahrt trägt, ob sie kippt, und wo sich Belastung zuerst zeigt. Aufklappen lohnt sich, weil jeder Indikator eine andere Sollbruchstelle beleuchtet.

Wohlfahrt: Ein vergessenes Versprechen

Wohlfahrt – ein Begriff, der kaum noch Verwendung findet, obwohl er tief in unserer Bundesverfassung verankert ist (Art. 2, Abs. 2). Dort steht geschrieben: „Die Eidgenossenschaft fördert die gemeinsame Wohlfahrt.“ Und doch: In einer Zeit, in der politische Kurzsichtigkeit und wirtschaftliche Einzelinteressen das Gemeinwohl zu überlagern drohen, ist es höchste Zeit, diesen Begriff neu zu entdecken – als Kompass für echte Lebensqualität, für gesellschaftlichen Zusammenhalt, für sinnvolles Wachstum.

Wohlfahrt bedeutet mehr als Wohlstand. Sie umfasst Freiheit, Gerechtigkeit, Sicherheit, Gesundheit, Bildung und den bewussten Umgang mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Sie verlangt Weitblick – und Verantwortung.

Denn:

„Der Verlust von Wohlfahrt und Freiheit beginnt oft mit dem Versuch, Gutes auf Kosten anderer zu tun.“

ecologie suisse versteht Wohlfahrt nicht als abstrakte Idee, sondern als messbare, erfahrbare Realität. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Wohlfahrtsgewinne und -verluste zu zentralen Kriterien politischer und wirtschaftlicher Entscheidungen werden. Unser Ziel: Ein Land, in dem Lebensqualität nicht nur statistisch existiert – sondern gelebt wird.

Hindernisse

was der Wohlfahrt im Weg steht

Wohlfahrt bedeutet mehr als Wohlstand. Sie fragt, wie gut Menschen in der Schweiz wirklich leben: ob sie gesund sind, sich sicher fühlen, Zeit haben und Perspektiven sehen. Doch vier Kräfte behindern eine solche ganzheitliche Sicht:
Einseitiges Wachstums­denken

Wachstum allein garantiert keine Lebensqualität. Wenn es zum Selbstzweck wird, leidet der Mensch. Wohlfahrt beginnt, wo Qualität zählt.

Kurzfristige Politik

Wer nur bis zur nächsten Wahl denkt, verhindert langfristige Lösungen in Wohnbau, Altersvorsorge und Raumplanung.

Soziale Spaltung

Steigende Mieten, Bildungsungleichheit, ungleiche Chancen: Ohne Zusammenhalt verliert Wohlfahrt ihren Boden.

Raum- und Ressourcen­verbrauch

Die Schweiz ist begrenzt. Wenn alles überbaut wird, verlieren wir Lebensraum und Geduld.

4 Wege

wie man Wohlfahrt mitgestaltet

Platz lassen – für Mensch und Natur

Ob beim Bauen, Planen oder Wohnen: Wer nicht alles zupflastert, schafft Luft, Licht und Lebensraum. Raum ist eine begrenzte Ressource – wir gestalten mit.

Zeit anders denken

Nicht alles muss schneller, mehr, weiter sein. Wer sich Zeit nimmt – für andere, für Engagement, für den Moment – trägt zur inneren und sozialen Wohlfahrt bei.

Konsum bewusst steuern

Wohlfahrt heisst nicht Verzicht, sondern kluge Wahl: lokal statt beliebig, langlebig statt kurzlebig. Wer mit Sinn einkauft, stärkt das Ganze.

Fragen stellen

Wohlfahrt beginnt im Kopf. Wer mitdenkt, sich informiert, unbequeme Fragen stellt und sich einbringt, hilft mit, dass unsere Gesellschaft in Balance bleibt.