Babylonischer Crash beim Fachkräftemangel

Die Personenfreizügigkeit wirkt wie ein moderner Turmbau zu Babel: Nicht wegen der kulturellen Vielfalt, sondern weil Politik, Verwaltung und Wirtschaft die Folgen des starken Bevölkerungswachstums mit widersprüchlichen Argumenten zu rechtfertigen versuchen. Wer mehr Wohnungsbau oder eine stärkere Aktivierung inländischer Arbeitskräfte als Mittel gegen die Zuwanderung anpreist, könnte damit gerade zusätzliche Anreize für weiteres Wachstum schaffen. Auch der Fachkräftemangel werde durch Zuwanderung nicht gelöst, sondern lediglich verlagert. Zudem könne die Personenfreizügigkeit dazu beitragen, dass Löhne weniger stark steigen und der Bedarf an staatlichen Leistungen und Verwaltungspersonal weiter zunimmt, was wiederum zusätzlichen Zuwanderungsdruck erzeugt. Der Autor sieht darin einen selbstverstärkenden Kreislauf mit hohen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgekosten.

«Wenn es anders wäre, hätten nur kleine Länder Fachkräftemangel, grosse Länder hingegen Fachkräfteüberschuss – was nicht zutrifft.»